Von sanierten Schulgebäuden bis urbaner Nachverdichtung - Green Building Studierende erleben nachhaltiges Bauen in Hannover

Die niedersächsische Landeshauptstadt bot den Green Building Studierenden ein vielfältiges und spannendes Umfeld für die alljährliche Herbstexkursion. Im Zentrum standen Themen wie klimafreundliche Schulgebäudesanierung, innerstädtische Nachverdichtung, kreislaufgerechtes Bauen sowie der Austausch mit Fachexperten auf der Effizienztagung Hannover.

Exkursionstag 1: klimafreundliche Schulsanierung und nachhaltige Umnutzung von Bestandsgebäuden

Der erste Tag startete mit einem Besuch der frisch sanierten Grundschule Kastanienhof in Hannover-Limmer. Das Projekt zeigt, wie Klimaschutz, Denkmalschutz und ein funktionaler Schulbetrieb erfolgreich vereint werden können. Dabei wurden Herausforderungen wie der Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes und die Integration moderner Raumlufttechnik durch innovativ Lösungen gemeistert. Das Gebäudemanagement-Team der Landeshauptstadt Hannover gab wertvolle Einblicke in die Planungs- und Umsetzungsprozesse. 

 

Im Anschluss besuchten die Gruppe ein zu einem Hotel umgebautes ehemaliges Verwaltungsgebäude in der Innenstadt Hannovers. Es gab detaillierte Einblicke in die aufwändige und oft im verborgenen arbeitende Gebäudetechnik – besonders die Komplexität der einzelnen Technikzentralen für Heizung, Trinkwarmwasserbereitung und Lüftung beindruckte die Studierenden.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Kreislaufwirtschaft: Die Bauteilbörse Hannover erläuterte vor Ort ihr Konzept von Re-Use, Upcycling und nachhaltigem Materialkreislauf mit all seinen Herausforderungen. Gebrauchte Bauteile werden dokumentiert, gelagert und wiederverwendet – ein praktischer Beitrag zum Kreislaufgerechten Bauen.

 

Exkursionstag 2: Urbane Nachverdichtung und exemplarische Projekte für klimafreundliches Bauen

Nach einer erholsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück führte der zweite Tag die Studierenden auf den Kronsberg. Es begann mit einem Rundgang über das ehemalige Ecovillage-Gelände und die Kronsberg-Siedlung. Das Highlight war die Besichtigung des Recyclinghauses Hannover: Mit Einblicken des verantwortlichen Architekten und Holzmindener Professors Nils Nolting wurden die Prinzipien des kreislaufgerechten Bauens erlebbar. Besonders die engagierten und offenen BewohnerInnen ermöglichten einen authentischen Einblick in das Leben in einem Leuchtturm des zirkulären Bauens. 

Weiter ging es zu zwei zukunftsweisenden Nachverdichtungsprojekten: Zunächst zum „Klimaumbau Seelhorst“, bei dem Mehrfamilienhäuser durch Aufstockung in Holzbauweise und Komplettsanierung der Gebäudehülle auf einen hohen Effizienzstandard gebracht, auf Wärmepumpen umgestellt und mit Photovoltaikanlange ausgestattet werden. 

 

Und anschließend zu der „Wohnkrone“, eine Aufstockung eines Parkhauses in der Windmühlenstraße. Bei Einblicken in die Wohnbereiche sowie einem herrlichen Ausblick über Hannover ließ der Austausch mit Bewohnenden und Architekt keine Fragen offen. Zum Abschluss wurde in der Büroküche des Architekturbüros „Cityförster“ gemeinsam gekocht – die vielfältigen Eindrücke des Tages wirkten nach und wurden in entspannter Atmosphäre vertieft.

Tage 3 und 4: Wissenschaft und Fachpraxis für klimafreundliches Bauen auf der Effizienztagung Hannover

Der zweite Teil der Exkursion führte die Teilnehmenden auf die Effizienztagung Hannover – ein bundesweites Branchentreffen für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Zwei Tage voller hochrangiger Fachvorträge aus allen Themenbereichen des Green Building Studiums und vieler Gespräche mit Experten aus der Fachpraxis waren ein begeisternder Abschluss der Exkursion. Der Fachvortrag von Prof. Erik Bertram zu den energetischen Anforderungen des zukünftigen Gebäudebestands für eine vollständig klimaneutrale Versorgung sorgte für angeregten Austausch unter allen Beteiligten.

Fazit:

Die Herbstexkursion hat eindrucksvoll erlebbar gemacht, wie sehr die innovativen Inhalte des Holzmindener Green Building Studiums wie nachhaltige Sanierung, klimafreundliche Gebäudetechnik, Kreislauffähigkeit Bauwesen und urbane Nachverdichtung mittlerweile fester Bestandteil der Baupraxis sind. Die Einblicke in aktuelle Projekte und der Austausch mit Experten lieferten spannende Praxiseindrücke, halfen, wertvolle Kontakte zu knüpfen, und gaben neue Inspiration und Motivation für das weitere Studium.

Eckdaten zur Exkursion

Studiengang
Leitung
Zeitraum
  • Herbstexkursion 2025